Transport in Havanna

Aktualisiert: 9. Mai 2021

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Havanna

Transport in Havanna: Kreuz und quer durch Kubas Hauptstadt

Wie im ganzen Land ist auch in Havanna der Transport ein großes Problem. Der öffentliche Personenverkehr ist unzuverlässig und nicht nur zu Stoßzeiten chronisch überlastet. Die städtischen Busse fahren ohne Fahrpläne und ausgewiesenen Streckenverläufe gibt es nicht. Wer sich außerhalb des touristischen Stadtzentrums bewegen möchte, wird in der Regel ein Taxi nehmen müssen. Welche Möglichkeiten es zur Fortbewegung in der kubanischen Hauptstadt im Detail gibt, erfährt man auf dieser Seite.

Aufgrund des komplizierten öffentlichen Personenverkehrs bleibt den meisten Besucher nichts übrig, als mit einem Taxi durch die kubanische Hauptstadt zu kommen. Ein Taxi zu finden ist nicht sonderlich kompliziert, denn an touristischen Orten warten üblicherweise ausreichend Fahrer auf zahlungskräftige Kundschaft.

Wer jedoch authentisch - und preiswert - durch die kubanische Hauptstadt kommen möchte, macht es wie die meisten Habaneros und schlägt sich mit einem der Stadtbusse oder in einem der vielen Oldtimer-Sammeltaxis durch. Dieser Artikel informiert über alle Transportmöglichkeiten in Havanna.

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Reguläre & Oldtimer Taxis

Am bequemsten kommt man mit einem der vielen staatlichen Taxis durch Havanna. Bei den staatlichen Taxis handelt es sich um modernen Fahrzeuge, die über ein Taxameter verfügen.

In der kubanischen Hauptstadt lassen sich die staatlichen Taxis per Telefon an die gewünschte Stelle ordern. Die Rufnummer der Taxizentrale lautet 855 5555. Der Taxidienst funktioniert rund um die Uhr absolut zuverlässig. Bei längeren Fahrten lassen sich bei der Taxizentrale auch die regulären Preise erfragen.

Ist man in Havanna als Tourist unterwegs, wird man am Straßenrand häufig aus vorbeikommenden Fahrzeugen angesprochen, ob man ein Taxi benötige. Diese Angebote lassen sich ohne Bedenken annehmen, von den Fahrern geht keine Bedrohung aus.

Im Stadtzentrum von Havanna werden von Touristen in den allermeisten Fällen werden jedoch - teilweise vielfach überhöhte - Pauschalpreise gefordert. Besonders im Stadtzentrum haben sich die Fahrer auf die vielen Ausländer eingestellt. Deshalb sollte man  unbedingt vor Fahrtbeginn den Preis mit dem Fahrer absprechen.

Innerhalb des inneren Stadtzentrums (Habana Vieja & Centro Habana) sollten Fahrten in der Regel nicht mehr als 5 US-Dollar, auf keinen Fall jedoch mehr als 10 US-Dollar kosten. Längere Strecken, etwa aus dem Zentrum in dem sehenswerten Stadtteil Vedado, können jedoch durchaus mit 10 bis 20 US-Dollar zu Buche schlagen. Am späten Abend oder Nachts sind die Preise typischerweise etwas höher.

Cocos am Parque Central

Neben den staatlichen Taxen bieten sich noch Cocos und private Oldtimer-Taxis zur Fortbewegung an. Grundsätzlich sind die Fahrpreise dieser Fahrzeuge ebenso frei verhandelbar. Bevor man eine Fahrt antritt, sollte man wiederum den Fahrpreis absprechen.

Richtpreise für eine kurze Strecke sind 3 bis 5, eine mittlere Strecke 5 bis 10 und eine längere Strecke 10 bis 20 US-Dollar. Als grobe Faustregel gilt, dass jede gefahrene Minute nicht mehr als ein, maximal jedoch zwei US-Dollar kosten sollte.

Wer ein Oldtimer stundenweise mieten möchte, sollte mit etwa 20 bis 30 US-Dollar je Stunde kalkulieren. Herausgeputzte Oldtimer, die exklusiv für Besucher verkehren und oftmals vor den großen Hotels warten sind in der Regel etwas teurer. Hier lassen sich erfahrungsgemäß Preise ab 30 US-Dollar je Stunde erwarten. Eine einstündige Stadtrundfahrt in einem Oldtimer kostet pauschal 30 US-Dollar.

Im ausführlichen Artikel über Taxis in Kuba finden sich weitere Information.

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Bicitaxis

Wie in vielen anderen Orten Kubas gibt es auch in Havanna Fahrradtaxen. Diese urigen Fahrzeuge stiften umweltfreundliche Mobilität auf der Kurzstrecke. In Havanna verkehren die Fahrradtaxis vor allem im alten Stadtzentrum, also in den Stadtteilen Havanna Vieja und Centro Habana. Ein fairer Preis für eine kurze CO2-neutrale Fahrt liegt bei etwa ein bis zwei US-Dollar je Person.

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Stadtbusse in Havanna

Die öffentlichen Busse sind laut, dreckig und häufig überfüllt. Es gibt keine Fahrpläne und sehr selten findet sich ein Streckennetz. Die Routen besitzen Nummern, teils in Kombination mit Buchstaben. Das System ist für nicht spanisch sprechende Ausländer kaum zu verstehen. Besonders morgens und nachmittags zu den Hauptverkehrszeiten sind die Busse zudem chronisch überlastet.

Es wird zwar nicht auf Dächern mitgefahren, jedoch hängt der eine oder andere Kubaner bei der Fahrt schon mal aus der offenen Tür heraus. Es gilt die eiserne Maxime, dass ein kubanischer Bus niemals (!) zu voll sein kann. Falls erforderlich, wird gepresst und geschoben - jeder muss mit - denn schließlich ist jeder Teil der Familie, das ist gelebter Sozialismus.

Meistens überfüllt: Stadtbus in Havanna

Zu Nebenzeiten lässt sich mit den Bussen jedoch gut und zudem unschlagbar preiswert vorankommen. Wer eine Fahrt unternehmen möchte, sollte sich bei Kubanern nach der Strecke informieren oder direkt den Busfahrer befragen.

Die wichtigsten Linien für Touristen sind der P1-Bus der entlang der großen Hotels in Playa durch Miramar über Linea (Vedado) an La Rampa vorbei ins Stadtzentrum fährt. Ebenso lässt sich aus dem Vedado ab der 23. Straße (Calle 23) mit dem P5- und P9-Bus in das Stadtzentrum kommen. Der P12-Bus fährt aus dem Stadtzentrum entlang der Hauptverkehrsstraße Boyeros am Plaza der Revolucion fast bis zum Flughafen (Terminal 2). Wer es genau wissen möchte, kann online das Streckennetz der Hauptlinien einsehen.

P12 Bus in Centro Habana (2020)

Es gibt keine Fahrkarten, sondern es wird beim Einstieg beim Fahrer in bar gezahlt. Der Fahrpreis beträgt 1 Peso der nationalen Währung (CUP), was umgerechnet etwa 5 Euro-Cent entspricht. Wer mit dem Bus fahren möchte, sollte also beim Zustieg etwas kubanisches Kleingeld (Geld in Kuba) parat haben.

Mit offener Tür: Busse sind niemals zu voll (Havanna 2015)

Es kann vorkommen, dass Kubaner die Reihenfolge zum Einstieg per Absprache organisieren, d.h. es wird häufig an den Bushaltestellen eine Schlange gebildet, welche nicht immer auf Anhieb zu erkennen ist. Dies ist immer an der ersten Haltestelle einer Strecke der Fall. Wenn der gewünschte Bus kommt, wird anhand der vereinbarten Reihenfolge zugestiegen.

Die Sitzplätze werden also rationiert, wer zuerst kommt bzw. länger wartet, darf mitfahren oder gar sitzen. Schlangestehen ist auch hier Ausdruck der Mangelwirtschaft - einer sozialistischen Tradition sozusagen. Ausländer sollten diese Vorgehensweise beachten, um sich nicht einfach dreist vorzudrängeln. Gibt es keine Schlange, ist häufig der Kampf um die besten Plätze - manchmal auch nur um den Zustieg in den Bus - das Mittel der Wahl.

Sind die Busse nicht voll, lassen sie sich mit etwas Glück entlang der Strecke per Handzeichen anhalten. Bei attraktiven Frauen ist es besonders wahrscheinlich, dass ein Fahrer hält. Regelmäßig wird jedoch auch für Ältere oder Mütter mit kleinen Kindern Halt gemacht wird.

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Fähre nach Casa Blanca zum Cristo

In der Bucht von Havanna verkehrt eine Fähre als reguläres Verkehrsmittel. Sie stellt eine Verbindung zu den Stadtteilen Casa Blanca und Regla her. Besonders die Verbindung zwischen Habana Vieja und Casablanca ist von touristischer Bedeutung, denn mit dieser erreicht man aus der Altstadt in wenigen Minuten die andere Seite der Bucht und kann dort den Cristo de la Habana und die Festungsanlagen besichtigen.

Fähre nach Casablanca

Das kleine Fährterminal befindet sich zentral in der Altstadt. Der Fahrpreis beträgt einen kubanischen Peso (CUP). Tagsüber verkehren die Fähren im Viertel-Stunden-Takt. Seit es einen Versuch gab die Fähre zu kapern, erfolgt nun bei Zustieg üblicherweise eine kurze Taschenkontrolle.

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Authentisch: Mit dem Sammel-Taxi durch Havanna

Weniger komfortable als die klimatisierten "Dollar-Taxis" sind die für Kuba - besonders Havanna - typischen Oldtimer-Sammeltaxis, welche die zweifellos authentischste Form der Fortbewegung darstellen.

Maquinas in Havanna (La Rampa 2020)

Die meisten Taxis (Maquina oder Almendron genannt) fahren zu staatlich regulierten Preisen auf feste Routen. Diese Fahrzeuge tragen einen Aufkleber mit der Bezeichnung "regular" in der Windschutzscheibe. Für Touristen sind die wichtigsten Routen Linea und 23, welche jeweils vom Stadtzentrum Richtung Westen, durch Centro Habana nach Vedado führen.

Zurück in das Zentrum führen beide Routen zum Parque de la Fraternidad (Capitolio). Generell ist es einfacher in das Stadtzentrum zu kommen, da die meisten Sammeltaxis ihre Fahrt stadteinwärts am Parque de la Fraternidad beenden (und von dort das Stadtzentrum auch wieder verlassen).

Maquinas auf dem Weg in das Zentrum (2015)

Der Preis für eine Fahrt beträgt 15 CUP je Fahrgast und Strecke, also etwa einen halben US-Dollar. Längere Strecken (über 5 KM) kosten knapp einen US-Dollar. Nachts kann der Preis das Doppelte betragen. Das Problem der meisten Ausländer ist, dass die Funktionsweise  nicht leicht zu verstehen ist. Dabei ist das System ganz einfach...

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Funktionsweise der Sammeltaxis

Es geht wie folgt: Zunächst sollte man sich erkundigen, wo die gewünschte Route genau verläuft (siehe unten). Kubaner nutzen häufig Gesten, um dem Fahrer die gewünschte Strecke anzuzeigen, dies muss Touristen jedoch nicht weiter irritieren. Weiter ist darauf zu achten, dass es sich bei dem haltenden Fahrzeug um ein Sammeltaxi handelt. Dies ist dann sicher der Fall, wenn bereits andere Passagiere im Fahrzeug sitzen. Sollte es sich um kein Sammeltaxi handeln wird der Fahrer in der Regel nach dem gewünschten Ziel fragen und einen Preis aufrufen ("Taxi directo").

Handzeichen: Warten auf Sammeltaxi (Havanna 2020)

Handelt es sich um ein Sammeltaxi, hält man den Oldtimer per Handzeichen an und erfragt die Strecke beim Fahrer. Möchte man z.B. vom Stadtzentrum zur Fabrica de Arte Cubano, muss man bis zum Ende der Straße Linea im Stadtteil Vedado. Folglich erkundigt man sich beim Fahrer nach "Linea". Falls dieser bestätigt, steigt man zu. Zu- und ausgestiegen wird immer auf der rechten Seite. Achtung: Tür nicht zuschlagen, sondern sanft schließen!

Wenn man sein gewünschtes Ziel erreicht hat, bitte man rechtzeitig an der gewünschten Stelle anzuhalten. Die Fahrpreise betragen in der Regel für kurze Strecken 15 und für längere Strecken 30 kubanische Peso (CUP). Für zwei Personen zahlt man also etwa einen US-Dollar oder bei längere Strecken eben das doppelte. Am besten hält man das Geld passend bereit. Bezahlt wird direkt beim Fahrer.

Möchte man zurück in die Innenstadt, dann erkundigt man sich nach "Habana". Generell bezeichnet Habana das Stadtzentrum am Parque de la Fraternidad. Hat man das System erstmal verstanden, kann man sich in Havanna nicht nur authentisch, sondern auch relativ frei und vor allem preiswert bewegen.

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Streckenverläufe

In Havanna bedienen Sammeltaxis eine Vielzahl an verschiedenen Routen. Für Besucher haben vor allem vier Strecken Bedeutung. Vom Zentrum führen zwei Routen nach Westen in den Stadtteil Vedado, eine nach Osten zu den Stadtstränden und eine Richtung Süden in die Nähe des Flughafens. Die genauen Verläufe der einzelnen Strecken entnimmt man den folgenden Abschnitten.

Stadtzentrum Habana <> Linea

Die Route Linea <> Havanna verbindet das Zentrum am Parque Central und den Stadtteil Vedado, entlang der Hauptverkehrsstraße Linea. Auf dem Weg heraus aus der Stadt führt die Route durch Centro Habana entlang der Straße Neptuno, an der Universität und dem Habana Libre Hotel vorbei und dann entlang der Straße Linea. Nach dem Tunnel verläuft die Strecke durch den Stadtteil Miramar, entweder entlang der ersten ("primera") oder der 31. Straße ("treinta y uno"). In das Stadtzentrum ist die Strecke geringfügig unterschiedlich, sie verläuft entlang San Lazaro & Galiano. Die Fahrt endet am Parque de la Fraternidad. Vor dem Tunnel zwischen den Stadtteilen Vedado und Playa kostet die Fahrt  üblicherweise 15, dahinter 30 kubanische Peso.

Stadtzentrum Havanna <> 23. Straße (23)

Die Route Havanna <> Calle 23 verläuft ähnlich wie die Route Havanna <> Linea. Auf dem Weg aus der Stadt durch Centro Habana geht es entlang der Straße Neptuno, an der Universität und dem Habana Libre Hotel vorbei, zur 23. Straße die bis zur Brücke über den Almendares Fluss führt. Hinter der Brücke geht es weiter entlang der 41. Straße. Aus dem Zentrum erkundigt man sich nach "23", möchte man in das Zentrum nach "Habana". Fahrpreis bis zur Brücke Almendares 15, sonst 30 kubanische Peso.

Stadtzentrum Havanna <> Guanabo (Playas del Este)

Die Route nach Guanabo führt zu den Stadtstränden, den Playas del Este. Die Fahrzeit bis dorthin beträgt etwa 30 min. Abgefahren wird am Parque de la Fraternidad, an der Ecke zu Calle Estrella. Der Fahrpreis beträgt 1 US-Dollar. Wie man am besten zum schönste Strandabschnitt kommt, erfährt man im Artikel zu den Stadtstränden Havannas.

 

Stadtzentrum Havanna <> Santiago de las Vegas

Die Route Havanna <> Santiago de las Vegas führt entlang Carlos III, dem Terminal Nacional, dem Plaza de la Revolucion, der Ciudad Deportiva via Boyeros, in der Nähe des Flughafens vorbei bis Santiago de las Vegas. Die Fahrt kostet bis zur Ciudad Deportiva 15, dahinter 30 kubanische Peso. Aus der Stadt nach "Boyeros" oder "Santiago", in die Stadt nach "Habana" erkundigen.

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